Eine Spielstraße ist kein Verwaltungsdetail. Sie existiert, weil hier Menschen unterwegs sind, die im Ernstfall am wenigsten geschützt sind: spielende Kinder und ältere Nachbarn, für die schon wenige km/h über der Schrittgeschwindigkeit den Unterschied machen. Genau darum geht es bei den Maßnahmen, über die wir sprechen – sie sind kein Selbstzweck, sondern sollen dafür sorgen, dass die „Spielstraße“ hält, was ihr Schild verspricht: Dass Kinder hier gefahrlos spielen können, weil die Autofahrer auf ihre Geschwindigkeit achten.
Umso ernüchternder das Ergebnis: Nach mehreren intensiven Gesprächen mit Verwaltung und Bürgermeister bleibt vorerst alles beim Alten. Zusätzliche Maßnahmen zur Geschwindigkeit wird es nicht geben.
Diskutiert – und abgelehnt – wurden konkret:
- Zusätzliche Spielstraße-Markierungen auf der Fahrbahn: eigentlich bereits zugesagt, nun doch abgelehnt. Begründung: Der Weißdornbogen sei ohnehin die am besten gekennzeichnete Spielstraße Hohenbrunns – mehr davon würde nur Unmut in vergleichbaren Straßen auslösen.
- Permanente Geschwindigkeitsanzeige: sei in einer Spielstraße mit Schrittgeschwindigkeit schwierig umzusetzen. Eine dauerhafte „Rot“-Anzeige verlöre durch Gewöhnung schnell ihre Wirkung.
- Speed-Bumps (Fahrbahnschwellen): seien eine „unzumutbare Belastung“ für die direkten Anwohner – und im Winter kommt der Schneepflug nicht mehr durch.
Ergänzend hieß es: Es seien ohnehin mehrheitlich die Anwohner selbst, die zu schnell fahren.
Für mich bleibt damit die entscheidende Frage offen: (Wie) Können wir ein adäquates Tempo in unserer Spielstraße durchsetzen, wenn jede konkrete Maßnahme mit einem anderen Argument abgeräumt wird?
Mir geht es nicht darum, eine bestimmte Lösung durchzudrücken sondern darum,
dass am Ende tatsächlich langsamer gefahren wird. Bevor etwas passiert, nicht danach. Ein konkreter Ansatz wären beispielsweise mobile Schwellen, wie man sie zum Schutz von Kabeln verlegt: schnell montiert, im Winter ebenso schnell wieder entfernt und günstig. Ob das am Ende der richtige Weg ist, weiß ich auch nicht – aber es wäre ein Anfang, über den es sich zu reden lohnt.
Deshalb interessiert mich Ihre Meinung: Wie denken Sie über die ganze Situation? Könnten Sie mit so einer Lösung leben? Oder haben Sie eine andere Idee, was wir (noch) tun könnten? Schreiben Sie mir gern.
17/07/26
mh
PS: Die Zahl der Straßenteilnehmer wächst weiter!
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